Mein Haus

Heute möchte ich euch zeigen, wie meine Wohnung eingerichtet ist. Ein bisschen hatte ich bereits darüber berichtet, aber nun gibt es auch Fotos dazu. Außerdem will ich an dieser Stelle auf eine hamstergerechte Käfigeinrichtung aufmerksam machen. Ein wenig steht ja schon hier, doch ich möchte das Thema noch etwas ausweiten. Dieser Beitrag ist in verschiedene Unterbereiche aufgegliedert, um euch einen Überblick über die wichtigsten Dinge zu bieten. Dies ist der erste Teil, es werden noch weitere zur Käfigeinrichtung folgen.

 

 

Der Käfig

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Ansichten darüber, wie Hamster wohnen sollten. Wir können in einem Terrarrium, in einem handelsüblichen Gitterkäfig oder in einem (selbstgebauten) Holzkäfig wohnen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass:

 

  • die Grundfläche des Käfigs mindestens 4000 cm² groß ist (wobei die Angaben hier auseinandergehen - generell gilt: je größer, desto besser).
  • die Metallstäbe des Gitters eng genug sind (z.B. 6 mm), damit wir Hamster uns nicht verletzen oder hindurchschlüpfen können.
  • der Käfig Zwischenetagen hat, die nicht aus Metallgitter bestehen.
  • ein Terrarium ausreichend belüftet ist.
  • ein Holzkäfig nicht aus Nadelhözern besteht, da das Harz für Hamster giftig ist.
  • die Bodenwanne des Käfigs hoch genug ist, damit wir Hamster in der Einstreu buddeln und graben können.

Der Standort des Käfigs sollte nicht in der prallen Sonne, sondern eher schattig sein. Außerdem müsst ihr darauf achten, dass er nicht in direkter Zugluft steht, sonst bekommen wir Hamster schnell eine Erkältung. Beim Lüften deckt ihr den Käfig am besten mit einer Decke ab. Bedenkt auch, das wir tagsüber in Ruhe schlafen wollen und der Standort möglichst in einem ruhigen Zimmer sein sollte. Für mich ist es selbstverständlich, dass in meinem Zimmer nicht geraucht wird, da meine Mama Nichtraucherin ist. Bringt euren Hamster bitte in einem rauchfreien Zimmer unter, falls ihr rauchen solltet. Was ihr für Einstreu benutzt, hängt davon ab, was euer Hamster am besten verträgt. Generell gilt, dass sie staubarm sein muss (ich bin da sehr empfindlich und niese schnell) und nicht parfümiert sein darf. Stroh ist eher ungeeignet, da es oft mit Schimmelsporen belastet ist, die zu allergischen Reaktionen führen können. Bitte beachtet auch, dass ein ausreichend großer Käfig nicht den Auslauf ersetzt! Damit euer Hamster sich nicht selbst auf die Reise macht, muss der Käfig in jedem Fall ausbruchssicher sein.

Das Haus

 

Hamster leben in der freien Natur in einem unterirdischen Labyrinthsystem. Da wir sehr ordentlich sind, haben wir mehrere Räume mit verschiedenen Funktionen. Zum einen brauchen wir natürlich ein Vorratslager - denn Hamster hamstern, das liegt schließlich in unserer Natur. Zum anderen müssen wir auch schlafen und dazu haben wir unseren Wohnraum. Für wichtige Geschäfte haben wir eine separate Toilette und weil wir so reinlich sind, werden wir relativ selten krank. Ein hamsterfreundliches Haus sollte daher auch aus mehreren Kammern bestehen, die unserer natürlichen Lebensweise nachempfunden ist. Weiterhin solltet ihr folgenes beachten:

  • Am geeignetsten sind Holzhäuschen, wobei auch hier Nadelhölzer vermieden werden sollten.
  • Stecksysteme sind am besten, da sie ohne Kleber und gefährliche Nägel auskommen.
  • 2 Kammern sind ausreichend, da der Hamster so eine Toilette und ein Schlaf- und Esszimmer hat.
  • Das Haus sollte nach Möglichkeit keine Fenster haben, da Hamster ja tagsüber schlafen.
  • Keramikhäuser sollten unglasiert sein (das erkennt ihr daran, dass sie nicht glänzend beschichtet sind), da sich sonst Staufeuchte bildet.
  • Ganz wichtig ist die Größe des Eingangs, denn wir Hamster müssen auch mit gefüllten Backentaschen hindurchpassen. 7 cm Durchmesser wären dafür ideal.

Mein schönes Heim hat ein abnehmbares Dach, damit meine Mama immer sehen kann, ob es mit gut geht und wieviel ich gehamstert habe. Eigentlich gehört noch eine kleine Leiter dazu, die ich aber nicht brauche, da ich auch so auf mein Dach klettern kann.

 

Das Nest

 

Hamster lieben kuschelige Nester. Daher solltet ihr uns ausreichend Nistmaterial zur Verfügung stellen. Auch an dieser Stelle gibt es Dinge, die ihr beachten solltet:

 

  • Im Handel angebotene "Hamsterwatte" ist nicht für Hamster geeignet. Sie wird künstlich hergestellt und kann die im schlimmsten Fall die Backentaschen verstopfen und zur Abschnürung von Gliedmaßen führen.Das gilt auch für Stoffreste oder ähnliche Materialien.
  • Am besten geeignet sind Zellstofftaschentücher, die wir uns dann in Streifen knabbern, um uns darin einzukuscheln.
  • Auf die Zwischenetagen kann man Hanfmatten legen, aus denen der Hamster dann einzelne Fasern herauszupfen kann.
  • Falls euer Hamster nicht gegen Heu allergisch ist, wird dieses auch gerne als Nistmaterial nutzen.

Wie ihr sehen könnt, habe ich eine Plastikecktoilette in meinem Haus. Das fand ich am Anfang etwas seltsam, mittlerweile habe ich mich aber daran gewöhnt. Der Vorteil ist, dass sich das Holz nicht mit Urin vollsaugt, außerdem lässt sich so gezielt nur diese Einstreu entfernen.

Im nächsten Teil geht es um weitere Einrichtungsgegenstände im Käfig. Ich hoffe, ich konnte bis hierhin informieren und freue mich auf die Fortsetzung. Danke für euer Interesse!

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Kommentare: 3
  • #1

    tina (Samstag, 16 April 2011 16:10)

    Hallo!

    Netter Post - aber wie kommst Du auf ein Mindestmaß von 3000cm²? In den deutschsprachigen Hamsterforen und Hamsterhilfen gilt meist ein Mindestmaß von 4000cm², tlw. größer. Insofern ist eine Empfehlung von 3000cm² eher irreführend. Und geht man von wissenschaftlichen Studien bzw. Empfehlungen aus, dann liegt das Mindestmaß für Goldhamster bei 1m², für Zwerghamster bei 5000cm², siehe: http://hamstergehege.blogspot.com/2010/03/wissenschaftliche-fakten-wie-ein.html

    lg, tina

  • #2

    hamster-francois (Samstag, 16 April 2011 16:27)

    Hallo, vielen Dank erst ein mal für deinen Hinweis. Ich beziehe mich hier auf die Angabe von Herrn Dr. Peter Fritzsche, dem Leiter der Hamsterforschung an der Martin-Luther Universiät Halle-Wittenberg. http://www2.biologie.uni-halle.de/zool/general/index.html (unter Animals - Goldhamster). Diese Angabe findet sich auch in seinem Ratgeber "Goldhamster". Natürlich ist die Grenze der Käfiggröße nach oben offen. Ich werde die Angabe korrigieren.

  • #3

    tina (Sonntag, 17 April 2011 14:49)

    Ja, ich denke allein aus pragmatischen Gründen ist eine Änderung auf mind. 4000cm² sicher besser - sonst ärgern sich nachher die Leute, wenn sie Deinen Rat befolgen und sich dann in einem Forum anmelden und dort zerrissen werden. Und die Hamster freuen sich auf jeden Fall auch. ;)
    Die Angaben auf der HP der Uni Halle scheinen sich so wie ich das verstehe auch auf Laborhaltung zu beziehen - das ist ja nochmal was anderes als ein Liebhabertier zuhause. Bei Laborhaltung geht es bei den Mindestmaßen ja hauptsächlich darum, daß das Tier nicht zu viele Stresshormone ausschüttet, damit die Meßwerte nicht verfälscht werden. Das Buch habe ich leider nicht.