Die richtige Pflege und Haltung

 

 

 

Hier erfahrt ihr, worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen kleinen Hamster wie mich als Hausgenossen haben wollt.

 

Dies ist natürlich nur ein Überblick mit den wichtigsten Informationen und ist nicht als Ersatz für Fachliteratur zur Hamsterhaltung zu verstehen.

Wichtige Vorüberlegungen

Hamster sind absolute Einzelgänger.

Wir möchten auf keinen Fall mit einem Artgenossen zusammen wohnen.

Hamster sind nachtaktiv.

Wir kommen meistens erst spät aus unserem Haus und machen nachts gerne Radau. Das heißt, dass wir unseren Menschen mitunter selten sehen, da wir veschiedene Lebensrhythmen haben.

Hamster sind keine Kuscheltiere.

Wir sehen vielleicht unglaublich niedlich aus, doch von Streicheleinheiten und Schmusen halten wir gar nichts. Selbst, wenn ihr uns nur in die Hand nehmt, bedeutet das enormen Stress für uns. Es kann sogar passieren, dass wir überhaupt nicht zahm werden, was ihr akzeptieren müsst.

Hamster brauchen viel Platz. 

Wir sind zwar kleine Tiere, brauchen aber genügend Platz und regelmäßigen Auslauf, um ausgelastet zu sein.

Hamster brauchen regelmäßige Pflege

Ihr müsst immer gut für uns sorgen, auch wenn ihr selbst z.B. in den Urlaub fahrt. Überlegt gut, ob ihr jemanden kennt, der euren Hamster in Pflege nehmen würde.

Informiert euch über Hamsterhaltung.

Tiere verdienen eine artgerechte Haltung. Informiert euch also bitte vorher, was ein Hamster alles braucht und wie ihr ihm ein glückliches, tiergerechtes Leben bieten könnt. Einen kleinen Anfang findet ihr auf dieser Seite.

Der richtige Käfig

So darf der Käfig nicht aussehen!
So darf der Käfig nicht aussehen!

Wir Hamster legen in der freien Natur nachts sehr große Strecken zurück. Vor allem wir Männer laufen sehr viel, da wir uns auf die Suche nach hübschen Hamsterdamen machen. Daher brauchen wir einen großen Käfig. Im Handel angebotene Hamsterkäfige sind oft viel zu klein und in keiner Weise hamstergerecht. Meistens enthalten sie sogar noch "Hamsterspielzeug", Plastikröhrensysteme und viel zu kleine und vor allem gefährliche Laufräder (siehe Bild). Wer einen Hamster als Haustier haben möchte, sollte auf keinen Fall solch einen Käfig kaufen!

 

Die Grundfläche sollte mindestens 0,5 m² betragen, gerne darf es auch mehr sein - optimal ist 1 m². Zwischenetagen sind praktisch, dürfen aber nicht aus Metallstreben sein, da wir Hamster uns darin die Pfötchen einklemmen könnten. Am besten sind Holzetagen, die man bei Bedarf einzeln kaufen oder selber basteln kann. Allerdings dürfen keine Nadelhölzer verwendet werden, da das Harz für uns Hamster giftig ist - das gilt auch für den Rest der Einrichtung (Haus etc.). Auf meinen Etagen liegen auch noch Hanfmatten, aus denen ich mir Nistmaterial herauszupfen kann. Die Bodenwanne des Käfigs sollte hoch genug sein, damit wir in der Einstreu buddeln und Gänge graben können. Alternativ können wir auch in einem Nagarium leben, das ebenfalls mit Klettermöglichkeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten ausgestattet sein sollte.

Die Einrichtung

Da wir Hamster normalerweise unter der Erde in einem Höhlensystem leben, brauchen wir auf jeden Fall ein Häuschen, gerne auch mit mehreren Zimmern - so wie mein 2-Zimmerappartement. Die Eingänge müssen so groß sein, dass ich auch mit vollgestopften Backen hindurchpasse. Fenster habe ich gar nicht gern, da ich tagsüber ungestört schlafen möchte. Mein Haus ist aus einem Stecksystem, was Kleber und Nägel überflüssig macht und so das Verletzungsrisiko senkt. Außerdem ist das Dach abnehmbar, damit meine Mama schauen kann, ob es mir gut geht. Die richtige Einrichtung findet ihr z.B. hier.

 

Ein Laufrad sollte auch nicht fehlen, denn auch wenn ich durch die Wohnung rennen darf, brauche ich auch nachts eine Möglichkeit ausreichend zu laufen. Das Laufrad muss eine geschlossene Lauf- und Rückfläche haben (nicht wie das auf dem Bild oben) und einen Durchmesser von mindestens 25 cm, damit ich keinen Wirbelsäulenschaden bekomme.

 

Eine Trinkflasche darf auch nicht fehlen, denn gerade jetzt in der Heizperiode komme ich auch tagsüber heraus, um zu trinken. Das Wasser sollte immer frisch sein. Pappröhren von Küchenpapier finde ich auch interessant, da ich hindurchkriechen und sie beknabbern kann.

 

Etwas Heu und Zellstofftaschentücher brauche ich auch, da ich mir daraus ein kuscheliges Nest baue. Im Zoogeschäft gibt es "Hamsterwatte", die auf keinen Fall gekauft werden sollte. Sie ist nämlich synthetisch hergestellt und kann meine Backentaschen verstopfen oder sogar dazu führen, dass ich mir meine Arme und Beine abschnüre. Legt mir also einfach Papiertaschentücher aus Zellstoff in den Käfig, das reicht völlig aus.

 

Ich persönlich mag auch mein Sandbad, das ich zur täglichen Fellpflege benutze. Ihr solltet Chinchillasand benutzen, da Vogel- oder Quarzsand keine runden Körner hat, was mein kuscheliges Fellchen kaputt machen würde. Mein Sandbad ist in einer Keramikschale mit hohem nach innen gebogenen Rand, damit nicht alles herausfällt, wenn ich darin herumbuddel und mich darin wälze.

Vielleicht ist euch schon das Banner auf der Startseite aufgefallen und ihr fragt euch sicherlich, was es damit auf sich hat. Wir Hamster brauchen ja viel Auslauf und rennen gerne durch die Wohnung. Es gibt Menschen, die Angst haben, dass wir dann Gegenstände anfressen und überall hinmachen und deshalb wollen sie uns in einen "Joggingball" sperren. Das ist eine Plastikkugel, in der der Hamster dann durch die Wohnung rennen soll, weil das ja so wunderbar praktisch ist. Für uns Hamster ist das jedoch Tierquälerei. Was würdet ihr sagen, wenn euch jemand in eine Plastikkugel stecken würde? Baut uns doch lieber einen hamstersicheren Auslauf, aber sperrt uns nicht in Joggingbälle. Überlegt euch auch vorher ganz genau, ob ihr euren Hamster herumlaufen lassen könnt - wenn nicht - dann entscheidet euch gegen eine Anschaffung als Haustier. Denn sonst hätte euer Hamster nie ein schönes Leben.

Das Futter

 

Meine Hauptnahrung sind eigentlich Körnchen. Im Handel findet ihr fertige Futtermischungen, bei denen es aber einige Dinge zu beachten gibt. Auch bei Frischfutter und Erlebnisfutter solltet ihr aufpassen.

 

Der wichtigste Punkt ist, dass Hamster weder Zucker noch viel Fett essen dürfen, da sie sehr anfällig für Diabetes sind.

Futtermischung Darf nicht enthalten sein
Sollte darin sein

Fertigfutter-mischung

  • es darf nicht muffig riechen
  • es sollte nicht zu viel Weizen enthalten
  • Nüsse und Sonnenblumenkerne sollten ebenfalls nur wenig enthalten sein
  • es sollte frei von Farb- und Koservierungsstoffen sein (die wollt ihr Menschen ja auch nicht in eurem Essen haben)
  • es darf auf keinen Fall Zucker (in Form von Honig, Melasse o.ä.) enthalten
  • Trockenobst, wie getrocknete Bananen haben ebenfalls nichts darin zu suchen
  • es sollte ungeschälten Hafer enthalten
  • Sonnenblumenkerne müssen ungeschält sein
  • tierisches Eiweiß in Form von getrockneten Mehlwürmern etc. sollte enthalten sein

Fütterungs-empfehlung

2-3 Teelöffel pro Tag

(und kontrollieren, wie viel der Hamster im Haus hamstert,

evtl. Futtermenge anpassen)

Futter Wissenswertes
Obst
  • Obst so selten wie möglich geben, da es sehr zuckerhaltig ist und Hamster sehr diabetesanfällig sind
  • keine exotischen Früchte verfüttern
Gemüse
  • gut abwaschen
  • kleine Stücke geben
  • aufpassen, dass wir Hamster nicht alles im Haus verstecken, da das Gemüse schlecht wird
  • einige Gemüsesorten sind nicht gut verträglich (Kohl bläht z.B., Salat ist mitunter stark gedüngt)
  • Hamster sind keine Mülleimer: Gemüse, das ihr selbst nicht mehr essen wollt (mit braunen Stellen z.B.) gebt ihr auch nicht eurem Hamster
  • kann täglich gegeben werden
  • ich mag z.B.: Möhre, Gurke, Zucchini, Fenchel
Nüsse
  • nur selten verfüttern, da sie sehr fetthaltig sind
  • ab und zu esse ich aber gern ein kleines Stück Bio-Walnuss
Eiweißfutter
  • wir Hamster sind keine reinen Vegetarierer und brauchen deshalb tierisches Eiweiß
  • (getrocknete) Mehlwürmer werden gerne gegessen, aber nur 1-2 Mal pro Woche verfüttern, da sie sehr fetthaltig sind
  • fertige Eiweißmischungen gibt es zu kaufen (mit Shrimps, Mehlwürmern, Gammarus und Grillen)
  • ein kleines bisschen Magerquark ist auch erlaubt (den esse ich aber nicht gerne)
  • ein winziges Stück gekochtes Ei esse ich auch gerne
  • allerdings nur in Maßen verfüttern (also 1-2 Mal Eiweißfutter pro Woche)
Heu
  • ist kein Futter in dem Sinne, aber ich knabbere es trotzdem an
  • ist oft mit Schimmel oder mit Pestiziden belastet
  • sollte mit Kräutern sein
  • und nach einer tollen Wiese riechen
"Erlebnisfutter"
  • zur Abwechslung
  • ich mag gerne Bio-Cornflakes - die sind zucker- und salzfrei
  • Kolbenhirse knuspere ich auch gerne
  • Maiskolben können frisch oder getrocknet verfüttert werden
  • getrocknetes Gemüse finde ich gut
  • grünen Hafer und Weizen knabbere ich gerne an
  • getrockneten Löwenzahn esse ich ab und an
  • nicht zu oft geben, bringt aber Abwechslung in den Speiseplan
  • auf gar keinen Fall "Hamstersnacks" wie Drops oder Knabberstangen geben - diese enthalten Honig bzw. Zucker und sind damit verboten (s.o.)!

Hamsterzucht

 

Eigentlich gehört dieses Thema weniger hier her, doch da ich nun schon öfter darauf angesprochen worden bin, ob ich Papa werden möchte, äußere ich mich hier dazu. Natürlich sind kleine Hamsterkinder sehr niedlich, aber momentan bin ich noch zu jung, um mir Gedanken über Familiengründung zu machen. Außerdem gibt es wichtige Dinge, die ich loswerden möchte:

 

  • Hamsterzucht ist kompliziert und darf daher nur von erfahrenen Züchtern durchgeführt werden.
  • Hamsterzucht erfordert spezielle Kenntnisse über Hamstergenetik, die Laien nicht haben.
  • Da man oft auch gar nicht weiß, welche Vorfahren der Hamster hat, wären Verpaarungen sehr risikoreich.
  • Einige genetische Kombinationen sind nämlich nicht lebensfähig oder führen zu Problemen.

  

Also bin ich auch nicht sonderlich traurig, dass ich wohl nie Papa werde. Das ist mir lieber, als nicht lebensfähige Kinder zu haben, nur weil ein Mensch Tierbabys so putzig findet!

 

Wenn ihr ein Hamsterkind in eure Familie aufnehmen wollt, wendet euch also bitte an einen erfahrenen Züchter. Vielen Dank!